Chronologische Schlüsseldaten des Bismarckturms Bochum
Die folgende Chronologie dokumentiert die wichtigsten Meilensteine und historischen Schlüsseldaten des Bochumer Bismarckturms von seiner Planung im späten 19. Jahrhundert bis zu seiner heutigen Bedeutung als markantes Wahrzeichen im Stadtpark.
1904
Formierung des ersten privaten Denkmalkomitees durch die Bochumer Bürgerschaft zur Ehrung Otto von Bismarcks.
1908
Ausschreibung des reichsweiten Architekten-Wettbewerbs. Die Auswahl fällt auf den Entwurf von Albrecht Friebe (3. Preis) durch die Stadtverordnetenversammlung.
1909
Feierliche Grundsteinlegung auf dem höchsten Punkt der zweiten Parkerweiterung im Stadtpark und Beginn der Steinmetzarbeiten mit Ruhrsandstein.
1910
Feierliche Einweihung des 33 Meter hohen Turms und erstmaliges Entzünden der gusseisernen Feuerschale auf der Spitze.
1911
Ernst Finken und Stadtparkinspektor Wilhelm Wagener vollenden die gärtnerische Gestaltung des repräsentativen Turmvorplatzes.
1926
Im Zuge der Aufstellung des Jungmädchenbrunnens im benachbarten Rosengarten wird der Turm fest als nördlicher Fixpunkt in das veränderte Achsensystem des Parks integriert.
1930
Die regelmäßige Befeuerung der Feuerschale zu nationalen Festtagen wird aus technischen und finanziellen Gründen dauerhaft eingestellt.
1935
Im Zuge der nationalsozialistischen Umgestaltung des Stadtparks zur Gauhauptstadt-Achse wird die historische Einfriedung des Parks geschleift, wodurch der Turm seine räumliche Intimität verliert.
1943
Schwerer britischer Luftangriff in der Nacht vom 13. auf den 14. Mai führt zu Splitterschäden an der Sandsteinfassade und Beschädigung der Sockelplattform durch Nahtreffer.
1944
Verheerendes Bombardement am 4. November. Das Innere des Turms brennt nach Brandbombentreffern teilweise aus, die Fenster werden vernichtet, die statische Struktur aus Ruhrsandstein übersteht das Inferno jedoch unbeschadet.
1950
Provisorische Sicherung der Fassade und Einzug einer modernen, feuersicheren Stahltreppenkonstruktion im Inneren; offizielle Umwandlung in einen reinen Aussichtsturm.
1962
Installation der modernen Fontänen im benachbarten Gondelteich, wodurch die berühmte Spiegelungs-Blickachse auf den Turm ästhetisch aufgewertet wird.
2000
Der Bismarckturm wird gemeinsam mit dem gesamten Ensemble des Stadtparks unter strengen Denkmalschutz gestellt.
2023
Wiederherstellung der historischen Sichtachsen von Ernst Finken aus dem Jahr 1902 direkt auf den Bismarckturm.
2026
Zum 150-jährigen Jubiläum des Bochumer Stadtparks präsentiert sich der Bismarckturm als vollständig saniertes, kritisch dokumentiertes Kulturmonument und als unumstrittenes architektonisches Wahrzeichen der grünen Metropole.