Tierpark und Fossilium Bochum
Unter dem Namen "Tierpark und Fossilium Bochum" firmiert der Bochumer Zoo. Er befindet sich im Stadtpark, erstreckt sich über eine Fläche von 1,9 Hektar und beherbergt circa 3900 Tiere, die sich auf gut 330 Arten verteilen.
Tierpark und Fossilium Bochum
Die Wurzeln der Bochumer Tierpark reichen bis zum 3. März 1933 zurück, als sich der Verein Bochumer Tierparkfreunde e. V. gründete. Noch im gleichen Jahr wurden nahe dem Bismarckturm im Stadtpark erste Gehege für Greifvögel, Hirsche und Schafe errichtet. Am 12. Juli 1933 öffnete die Anlage ihre Tore. Später folgten Bauten für Affen, Vögel und Exoten. Im Jahr 1939 erweiterten die Bärenschlucht sowie ein Aquarienhaus das Gelände. Von den damals 300 präsentierten Tierarten machten Fische bereits ein Drittel aus. Die Aquariumsanlage galt als vorbildliche und überregional bekannte Attraktion.
Bildungseinrichtungen integrierten den Tierpark fest in den Biologie- und Kunstunterricht. Zudem übernahm die Einrichtung im Auftrag der Vogelschutzwarte Helgoland die Beringung von Vögeln. Schwere Zerstörungen trafen den Tierpark im Zweiten Weltkrieg während der alliierten Luftangriffe im Mai und Juni 1943. Lediglich wenige Bauten blieben erhalten, woraufhin der Tierpark schließen musste. Die restlichen Tiere wurden am 24. Juni 1943 an die Vogelwarte Essen sowie den Wuppertaler Zoo übergeben.
Der Neubeginn glückte mithilfe der Raubtierdompteurin Lotte Walther, die das Areal als Winterlager nutzte und die Hälfte ihrer Tierschau-Einnahmen für den Wiederaufbau spendete. Auch der Verein Bochumer Tierparkfreunde gründete sich personell neu. Der Fokus des flächenmäßig verdoppelten Tierparks lag fortan auf der einheimischen Fauna. Große Zuchterfolge feierte der Tierpark in der Folgezeit vor allem mit Lummen, Basstölpeln und Watvögeln.
Der Tierpark heute
Von 1973 bis 2012 prägte Eduard Stirnberg als Leiter maßgeblich das Gesicht des Bochumer Tierparks. Unter seiner Führung wandelte sich die Anlage zu einem kompakten, wissenschaftlich geführten Tierparks, der heute einen faszinierenden Querschnitt der weltweiten Tierwelt zeigt. Meilensteine dieser Ära waren der Neubau des Wirtschaftsgebäudes (1983) sowie die Eröffnung des Aquarien- und Terrarienhauses (1988), dessen absolutes Highlight ein 170 m³ großes Korallenriffbecken für Schwarzspitzen-Riffhaie ist. Ein ganz besonderes Highlight kam 1996 hinzu, nach dem Erwerb der renommierten Fossiliensammlung von Helmut Leich mit über 400 Versteinerungen aus dem Solnhofener Jura wurde das „Fossilium“ feierlich fertiggestellt.
Im Juni 2006 folgte mit den „Nordseewelten“ der nächste große Meilenstein. Zu diesem modernen Komplex gehören zwei spezialisierte Nordsee-Themenaquarien sowie ein riesiges, 565.000 Liter fassendes Außenbecken. Hier können Besucher Seehunde und Humboldt-Pinguine durch große Panorama-Unterwasserscheiben in glasklarem Meerwasser beim Tauchen beobachten. Direkt angeschlossen ist eine begehbare Voliere für Küstenvögel wie Kampfläufer, Rotschenkel, Säbelschnäbler, Löffler und Kiebitze, mit der der Tierpark stolz an seine historischen Zuchterfolge anknüpft.
Im Frühjahr 2012 startete eine umfassende Modernisierungswelle des Tierparks. Dabei entstanden artgerechte, neue Gehege für Nasenbären, Kattas, Weißbüschelaffen, Flamingos, Erdmännchen und Totenkopfaffen. Schon beim Betreten des werden Gäste seither in einer lichtdurchfluteten, gläsernen Eingangshalle empfangen, die direkt an das Aquarienhaus anbindet. Ein weiteres Bildungs-Highlight sind die „Bienenwelten“, diese dienen Schulklassen als lebendiger Lernort und werden zur Weiterbildung regionaler Imker genutzt. Dank einer interaktiven Ausstellung und eines echten Bienenvolks lernen Besucher hier die immense Bedeutung dieser Insekten kennen.
Erlebnisse im Fossilium
Neben den historischen Versteinerungen erwarten die Besucher im Park faszinierende Greifvögel, beeindruckende Seychellen-Riesenschildkröten und ein beliebter Streichelzoo mit zahmen Schafen, Ziegen und Alpakas.
Als echter Pionier präsentierte sich der Tierpark Bochum im Jahr 2016, als erster Zoo in Nordrhein-Westfalen und zweiter in ganz Deutschland eröffnete er eine gläserne Schau-Futterküche. Durch eine große Panoramascheibe können Besucher den Tierpflegern live bei der Futterzubereitung über die Schulter schauen. Über eine integrierte Gegensprechanlage lassen sich zudem direkt Fragen zu den Ernährungsgewohnheiten der Zoobewohner stellen. Ergänzt wird dieses innovative Konzept durch interaktive Schilder und spannende Mitmachstationen im gesamten Park.
Weitere Informationen und Öffnungszeiten finden Sie auf der Webseite des Tierpark und Fossilium Bochums.