Gedicht - 150 Jahre Stadtpark Bochum
Seit 1876 trotzt der Stadtpark Bochum dem Wandel der Zeit und schenkt der Region als kommunaler Landschaftspark eine grüne Lunge. Erweiterungen, Gestaltungen, aber auch Kriege und Zerstörungen prägten die Jahre. Zum 150-jährigen Jubiläum feiert dieses Gedicht diese Oase, die über Generationen hinweg Kultur und Erholung mit lebendiger Natur in der Stadt Bochum verbindet.
Seit 1876 gehst du durch die Zeit,
ein grüner Atem mitten im Revier,
du hältst für Bochum Rast und Trost bereit,
und schreibst mit Laub dein leises Parkpapier.
Nun schlägt dein Herz einhundertfünfzig Jahr,
und bleibst doch jung, vertraut und wunderbar.
In englischem Schwung ziehn Wege durch dein Land,
als hätten Hügel selbst den Plan erdacht,
wo Strauß einst Form und Freiheit fein verband,
hat Stadtluft sich in Blütenduft verwandelt sacht.
Die alten Bäume rauschen groß und weit,
als sprächen sie von Park- und Menschenzeit.
Am Gondelteich - wo Licht auf Wasser fällt,
steigt hell die große Fontäne in den Tag,
der Wasserfall erzählt von alter Welt,
die neu erwacht mit jedem klaren Schlag.
Dort spiegelt sich, wenn Abendgold verrinnt,
ein Bochum, das im Grünen Erholung findet.
Der Bismarckturm schaut wachsam übers Grün,
aus Ruhrsandstein - von Geschichte schwer,
und wenn die Rosen ihre Farben sprüh’n,
zieht Duft vom Garten bis zum Teiche her.
Im Dahlienglanz, in Beeten bunt und klar,
wird jeder Sommer hier zum Festaltar.
Beim Milchhäuschen klingen Gespräche hell,
der Spielplatz ruft - das Wasser sprüht im Licht,
im Tierpark wird der Alltag langsam schnell,
weil jedes Kind dort neue Wunder spricht.
Minigolf, Skulptur und Bank im Sonnenschein,
hier darf die Stadt zugleich lebendig, friedlich sein.
So stehst du da, ein Park aus Mut und Zeit,
denkmalgeschützt und doch dem Morgen nah,
für neue Jahre machst du dich bereit,
für Bochums Herz, das dich schon immer sah.
Und zählt man hundertfünfzig Jahre dann,
fängt doch dein schönstes Grün erst wieder an.