Attraktionen im Stadtparkviertel


Das Kultur- und Freizeit-Angebot im Stadtparkviertel ist sehr ausgeprägt und bietet für Kinder und Erwachsene ein sehr breites Spektrum von Unterhaltung über geschichtliches bis zu wissenschaftlichen Einrichtungen.


Planetarium Bochum

Das Planetarium Bochum zählt mit seiner markanten Architektur zu den meistbesuchten Sternentheatern Europas. Es befindet sich südlich des Bochumer Stadtparks im sogenannten Stadtparkviertel im Ruhrgebiet. Errichtet wurde es im Jahr 1964 als erstes großes Planetarium in Deutschland nach dem Zweiten Weltkrieg; heute steht das Gebäude unter Denkmalschutz.

Im Inneren des runden Bauwerks befindet sich ein großzügiger Vorführungssaal. Die Sitzreihen bestehen aus nach hinten neigbaren Stühlen, die kreisförmig um den zentralen Projektor angeordnet sind. Die Kuppeldecke dient dabei als Projektionsfläche. Eine umlaufende Galerie ergänzt den Saal, während in einem angrenzenden Nebengebäude weitere Einrichtungen für den Betrieb untergebracht sind.

Pro Jahr werden im Planetarium mehr als 2.400 wissenschaftliche und künstlerische Veranstaltungen angeboten. Dazu zählen unter anderem Vorträge, Präsentationen zu astronomischen und weiteren Themenbereichen sowie Programme speziell für Kinder. Im Jahr 2019 verzeichnete das Planetarium rund 304.000 Besucher.

Starlight-Express Musical

Das Starlight-Express-Theater in Bochum wurde 1988 eröffnet und ist bis heute die feste Spielstätte des gleichnamigen Musicals von Andrew Lloyd Webber und Richard Stilgoe. Die deutschsprachige Premiere fand am 12. Juni 1988 statt. Im Laufe der Jahre wurde die Inszenierung mehrfach modernisiert.

Das Theater bietet Platz für etwa 1.650 Zuschauer. Besonders spektakulär ist die circa 280 Meter lange Rollbahn, die sich über drei Ebenen mit einer Höhendifferenz von rund 7,5 Metern durch den gesamten Saal durch zieht. Auf ihr bewegen sich die Darsteller auf Rollschuhen mit Geschwindigkeiten von bis zu 60 km/h – teilweise direkt durch die Reihen des Publikums.

Das Musical zählt zu den erfolgreichsten Produktionen weltweit, im Januar 2025 wurde die Marke von über 19 Millionen Besuchern überschritten, bei mehr als 13.400 Aufführungen. Gleichzeitig wurde im Jahr 2024 mit rund 440.000 Besuchern ein neues Jahresrekord erreicht. Damit bleibt Starlight Express das erfolgreichste Musical der Welt an einem festen Standort und ein kulturelles Highlight im Ruhrgebiet.

Deutsches-Bergbau-Museum

Das Deutsche Bergbau-Museum Bochum (DBM) zählt zu den größten und meistbesuchten Museen Deutschlands. Als weltweit größtes Bergbaumuseum vereint es Ausstellung, Forschung und Archiv unter einem Dach. Zugleich ist es ein bedeutendes Forschungsinstitut für Montanarchäologie und Archäometrie sowie ein zentrales Dokumentationszentrum zur Geschichte des Bergbaus.

Auf einer Ausstellungsfläche von rund 12.000 Quadratmetern erhalten Besucher umfassende Einblicke in die Entwicklung und Technik des Bergbaus. Ein besonderes Highlight ist das originalgetreu nachgebildete Anschauungsbergwerk unter dem Museum, dessen Streckennetz etwa 2,5 Kilometer umfasst – davon sind rund 1,2 Kilometer öffentlich zugänglich. Die wissenschaftliche Arbeit des Museums konzentriert sich vor allem auf die Erforschung der Montangeschichte, technische Innovationen sowie den Schutz und die Dokumentation von Kulturgütern. Als Mitglied der Leibniz-Gemeinschaft ist das DBM fest in die deutsche Forschungslandschaft eingebunden.

Die Ursprünge des Museums reichen bis in die 1860er Jahre zurück, als erste Sammlungen für Lehrzwecke eingerichtet wurden. Offiziell gegründet wurde das Museum 1930 durch die Stadt Bochum und die Westfälische Berggewerkschaftskasse. Nach erheblichen Zerstörungen im Zweiten Weltkrieg wurde es ab 1946 schrittweise wieder aufgebaut und in den folgenden Jahrzehnten kontinuierlich erweitert.

Ein markantes Wahrzeichen ist das Fördergerüst der ehemaligen Zeche Germania, das in den 1970er-Jahren aufgestellt wurde. Mit der Umbenennung zum Deutschen Bergbau-Museum im Jahr 1976 und der Anerkennung als Forschungsmuseum erhielt die Einrichtung zunehmend nationale Bedeutung. Moderne Ergänzungen wie der Erweiterungsbau „Schwarzer Diamant“ (2009) setzten architektonische Akzente und stellen eine Attraktion selbst dar.

Zwischen 2016 und 2019 wurde das Museum umfassend saniert und inhaltlich neu konzipiert. Die Dauerausstellung ist seit der Wiedereröffnung in vier Themenbereiche Steinkohle, Bergbau, Bodenschätze und Kunst gegliedert. Heute verbindet das DBM auf einzigartige Weise lebendige Wissensvermittlung mit international anerkannter Forschung.

Kunstmuseum Bochum

In zwei miteinander verbundenen Gebäuden zeigt sich das Kunstmuseum in einer offenen, großzügigen Architektur, die bewusst eine einladende und beinahe wohnliche Atmosphäre schafft. Besucher sind dazu eingeladen, moderne und zeitgenössische Kunst nicht nur zu betrachten, sondern aktiv zu erleben – sei es in Ausstellungen, Installationen oder Performances. Das Museum versteht sich dabei als Ort des Dialogs, an dem Kunst und Publikum miteinander in Austausch treten.

Die umfangreiche Sammlung umfasst mehr als 8.000 Werke und deckt ein breites Spektrum ab. Neben ausgewählten Arbeiten der klassischen Moderne bildet vor allem die europäische Kunst nach 1945 einen zentralen Schwerpunkt. Vertreten sind unter anderem Künstlerinnen und Künstler wie Zofia Kulik, Andy Warhol, Louise Nevelson und Tadeusz Kantor. Ergänzt wird der Bestand durch bedeutende Neuerwerbungen, darunter zuletzt ein umfangreicher Nachlass mit zahlreichen Fluxus-Arbeiten, der neue Perspektiven auf experimentelle Kunstformen eröffnet.

Darüber hinaus organisiert das Museum regelmäßig Sonderausstellungen, Bildungsprogramme und Führungen, die unterschiedliche Zielgruppen ansprechen. Workshops, Vorträge und Veranstaltungen fördern die aktive Auseinandersetzung mit Kunst und machen das Haus zu einem lebendigen kulturellen Treffpunkt.

Kortum-Gesellschaft

Die Kortum-Gesellschaft wurde im Jahr 1921 im Sitzungssaal der Stadtverordneten im Bochumer Rathaus gegründet. Ursprünglich trug sie den Namen „Vereinigung für Heimatkunde“ und verstand sich bewusst als lockerer Zusammenschluss, der sich von streng organisierten Vereinen abgrenzte. Im Jahr 1990 wurde der Name modernisiert; seither heißt der Verein „Kortum-Gesellschaft Bochum e. V. – Vereinigung für Heimatkunde, Stadtgeschichte und Denkmalschutz“. Als Zeichen führt die Gesellschaft mit Genehmigung der Stadt Bochum das Buch aus dem Stadtwappen als Emblem.

Der gemeinnützig anerkannte Verein engagiert sich in vielfältigen Bereichen der Stadt- und Landeskunde. Für Mitglieder und Interessierte werden zahlreiche Aktivitäten wie Vorträge, Exkursionen und Projekte zur Bochumer Geschichte angeboten. Die Finanzierung erfolgt durch Mitgliedsbeiträge, Fördermittel und Spenden.

Historisch war die Gesellschaft von 1921 bis 1945 in der Wasserburg „Haus Rechen“ am Schauspielhaus untergebracht, die im Zweiten Weltkrieg zerstört wurde. Seit 1997 verfügt der Verein über ein eigenes Domizil im Stadtpark an der Bergstraße 68a. Das Gebäude - selbst eine Attraktion und unter Denkmalschutz stehend - stammt aus den 1920er-Jahren und ist im Stil des Backsteinexpressionismus errichtet.

Für ihr besonderes Engagement im Denkmalschutz wurde die Kortum-Gesellschaft 1997 vom Deutschen Nationalkomitee für Denkmalschutz mit dem Deutschen Preis für Denkmalschutz ausgezeichnet.

Tierpark und Fossilium Bochum

Der Tierpark Bochum mit Fossilium ist heute ein moderner, familienfreundlicher Zoo im Stadtpark, der sich besonders durch seine überschaubare Größe und naturnahe Gestaltung auszeichnet. Rund 3.600 Tiere aus etwa 330 Arten werden hier gezeigt – von heimischen Tieren bis hin zu exotischen Arten ist der Besuch immer eine spannende Attraktion. Ein Schwerpunkt liegt auf Aquaristik und Meereswelten, insbesondere mit den „Nordseewelten“, in denen Seehunde und Pinguine in großen Unterwasseranlagen beobachtet werden können.

Das integrierte Fossilium ergänzt den Tierpark um eine spannende Zeitreise in die Erdgeschichte. Moderne Anlagen, Bildungsangebote und interaktive Ausstellungen machen den Tierpark zu einem beliebten Ziel für Familien, Schulklassen und Naturinteressierte.

Zoo Schule

Die heutige Zooschule des Bochumer Tierparks, die 1988 auf dem Zoogelände errichtet und nach ihrer Förderin Else Baltz benannt wurde, bietet ganzjährig ein vielfältiges Bildungsprogramm an. Es richtet sich an Kinder aus Kindergärten sowie an Schulklassen aller Schulformen. Ergänzend gibt es spezielle Angebote für Kindergeburtstage, Erwachsene und Senioren sowie für Menschen mit Demenz oder mit körperlichen und geistigen Einschränkungen.

Ein weiterer Schwerpunkt liegt auf der Durchführung von Workshops und Veranstaltungen wie Vorträgen, Familienfesten, Aktionstagen oder Abendführungen. Die Zooschule versteht sich als wichtiger Lernort für Natur-, Umwelt-, Tier- und Artenschutz sowie für nachhaltige Entwicklung.

Als außerschulische Bildungseinrichtung ist der Tierpark Bochum Mitglied der Naturschutz- und Umweltakademie NRW (NUA). Im Rahmen der Landesinitiative „Schule der Zukunft – Bildung für nachhaltige Entwicklung“ wurde der Tierpark gemeinsam mit regionalen Partnern bereits mehrfach von der Landesregierung ausgezeichnet.

Minigolf-Anlage

Die Minigolf-Anlage im Bochumer Stadtpark ist ein beliebtes Ausflugsziel für Familien und Freizeitspieler. Inmitten der grünen Parklandschaft bietet sie abwechslungsreiche Bahnen, die Geschick und Präzision erfordern. Die gepflegte Anlage lädt zu entspannten Runden ein und eignet sich sowohl für Einsteiger als auch für erfahrene Spieler.

RUB - Institut für Archäologische Wissenschaften

Das Institut für Archäologische Wissenschaften der Ruhr-Universität Bochum ist im „Haus der Archäologien“ in der Bochumer Innenstadt untergebracht, das 2017 als gemeinsamer Standort mehrerer Forschungseinrichtungen eröffnet wurde. Das Gebäude fördert die enge Zusammenarbeit von Natur- und Kulturwissenschaften in Lehre und Forschung. Neben modernen Laboren, Sammlungen und einer Fachbibliothek stehen praxisnahe Einrichtungen wie Lehrwerkstätten und Projekträume zur Verfügung, die eine anschauliche Ausbildung ermöglichen.

Das Haus bietet außerdem Büroräume, ein Computerlabor sowie Arbeitsbereiche für Studierende und Promovierende. Ein großer Hörsaal und Seminarräume schaffen optimale Bedingungen für Vorlesungen, Tagungen und Diskussionen. Im Untergeschoss befinden sich spezialisierte Arbeitsräume zur Fundbearbeitung.

Zentrum des Gebäudes ist ein lichtdurchflutetes Atrium, das für Veranstaltungen und Ausstellungen genutzt wird. Durch die Anbindung an den RUB-Campus und Kooperationen mit dem Deutschen Bergbau-Museum ist das Institut eng in Forschung und Lehre eingebunden.

Häuser der Religionen

Im Umfeld des Bochumer Stadtparks treffen verschiedene religiöse Traditionen und architektonische Stile aufeinander und verleihen dem Quartier durch ihre jeweils individuelle Attraktivität eine besondere kulturelle Vielfalt.

Die Lutherkirche ist eine der prägenden evangelischen Kirchen in diesem Bereich. Mit ihrer markanten Architektur und ihrer langen Geschichte dient sie bis heute als Ort für Gottesdienste, Konzerte und Gemeindeleben. Nur wenige Schritte entfernt befindet sich die "Neue Synagoge Bochum", die das jüdische Leben in der Stadt repräsentiert. Die moderne Architektur symbolisiert den Neubeginn der jüdischen Gemeinde nach dem Zweiten Weltkrieg. Ergänzt wird dieses vielfältige Bild durch die Neuapostolische Kirche, die mit ihrer schlichten, funktionalen Bauweise für eine weitere christliche Glaubensrichtung steht. Mit der Kapelle im St. Josef-Hospital findet sich zudem ein Ort der Ruhe und Besinnung, der vor allem Patientinnen, Patienten und Angehörigen Raum für Gebet und persönliche Einkehr bietet.